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Ökologische Bauleitplanung

Im Abwägungsprozess zwischen den Belangen der Natur und den Wohnraumbedürfnissen der Bevölkerung wird meist kein angemessener Ausgleich gefunden. Daher wird die Landschaft zersiedelt, der Verkehr nimmt zu, Lebensräume werden zerstört und so wird vernichtet, was im Grunde wir alle zum Leben brauchen.

Daher steht die Gemeinderatsfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN zum Konzept einer "Gemeinde der kleinen Wege". Das heißt, wir wollen eine bauliche Entwicklung rund um die Anlaufstellen der täglichen Besorgungen. Nur so kann der in vielen Gemeinden bedeutende innerörtliche Quell- und Zielverkehr eher mit dem Rad oder zu Fuß bewältigt werden. Auch der momentan gültige Flächennutzungsplan befasst sich hauptsächlich mit der Ortsrandgestaltung und berücksichtigt diesen Aspekt noch in ungenügendem Maße. Hier kann nur langfristig eine Umorientierung erfolgen, da Hochdorf (eingestuft als Gemeinde mit Eigenentwicklung) nur behutsam wachsen sollte.

 

Es sollten aber schon jetzt bei der Erstellung von Bebauungsplänen bzw. den Vergabebedingungen für gemeindeeigene Grundstücke besonders die folgenden Kriterien zum Schutz und Entwicklung des Naturraums berücksichtigt werden, welche wir an konkreten Beispielen veranschaulichen wollen:

  • verdichtete Bauweise im Innenbereich (schonender Umgang mit Grund u. Boden, d.h. Festlegung angemessener überbaubarer Grundstücksfläche) mit Bewahrung der ortstypischen innerörtlichen privaten Grünflächen, Innenraumentwicklung und Baulückenschließung. Durchgrünte, lockerere Bebauung am Übergang zum Außenbereich.
  • Fußgänger- u. Radfahrer- orientierte Gestaltung der Verkehrsflächen, verkehrsberuhigte Zonen,
  • 2 Stellplätzen pro Wohneinheit auf der Baufläche (nah an öffentlichen Straßenraum angebunden), damit auf den Straßen wieder Leben einkehrt
  • intensive, standortgerechte Begrünung (entsprechende Vernetzung am Übergang zur freien Landschaft)
  • Regenwasserrückhaltung durch Dachbegrünungsmaßnahmen bzw. Regenwasserzisternen und Einschränkung der Versiegelung durch wasserdurchlässige Gestaltung von Zufahrten und Stellplätzen sowie durch Verkürzung der Zufahrtswege auf den Grundstücken
  • Minimieren des Energieverbrauchs entsprechend den eingegangenen Klimaschutzverpflichtungen durch Nahwärmeversorgung über eine kombinierte Solar-/ Holzhackschnitzelanlage
  • Sonnenenergienutzung, auch durch entsprechende Orientierung der Baukörper, Dachform u.- neigung.

Daneben gilt es verstärkt nach Möglichkeiten zu suchen, wie Bauland besonders für junge Familien finanziell erschwinglich bleibt, damit deren finanzielle Mittel auch noch für ökologisch sinnvolle Investitionen ausreichen.

Wir danken für alle konstruktiven Ideen und denken, daß es sich lohnt, weiterhin in dieser Richtung umsetzbare Ideen zu entwickeln. Haben Sie noch Fragen? Dann können Sie uns gerne anrufen.

Dr. Gerhard Bäßler, Gemeinderat Grüne Hochdorf